Braucht man eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Worauf bei der Berufsunfähigkeitsversicherung zu achten ist

Leider ist es ein Fakt in Deutschland und auch vielen anderen Ländern der Welt: Wer krank ist, der verarmt. Dies belegen aktuelle Zahlen. Immer häufiger sind es psychische und physische Erkrankungen, die dafür verantwortlich sind, dass Menschen nicht mehr imstande sind, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Denn, so einfach es auch klingen mag, ohne das regelmäßige Einkommen aus der Erwerbstätigkeit können sich fast alle Haushalte ihren Lebensstandard lange nicht mehr leisten.

Eine private Absicherung ist für diesen Falle also unumgänglich – und hier kommt als erste Wahl die Berufsunfähigkeitsversicherung infrage.

Sozialsystem leistet nur noch Grundsicherung

Statistiken besagen, dass jeder vierte Deutsche seinen Beruf noch vor dem Eintritt ins Rentenalter krankheitsbedingt aufgeben muss. Hieraus resultiert wiederum finanzielle Not, denn das deutsche Sozialsystem sichert gerade so das Überleben. Selbst beim Höchstsatz der Erwerbsminderungsrente, der einzigen verbliebenen Leistung, die die Gesetzliche Rentenversicherung in diesem Fall womöglich noch zahlt, können Menschen kaum die Kosten für ihren Unterhalt decken. Ein wesentlicher Grund, privat vorzusorgen und sich mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung auseinanderzusetzen.

Wie funktioniert die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Das Prinzip der sogenannten BU ist denkbar einfach. Der Versicherungsnehmer zahlt ein monatlich oder jährlich einen gewissen Beitrag an den Versicherungsträger. Kann er dann seinen Beruf zu mindestens 50% mindestens sechs Monate lang nicht mehr ausüben, zahlt die Versicherung die versicherte BU-Rente bis zum Eintritt des Rentenalters oder einer vorab festgelegten Laufzeit.

Worin besteht der Unterschied zur Unfallversicherung?

Für viele Menschen stellt sich die Frage, ob sie eher eine Berufsunfähigkeitsversicherung oder eine Unfallversicherung abschließen sollen. Der Vergleich dieser beiden Policen ist schwierig, denn beide Versicherungen decken unterschiedliche Risiken ab.

Eine Unfallversicherung zahlt, wie der Name bereits vermuten lässt, bei einem Unfall – ganz gleich, ob dieser zur Berufsunfähigkeit führt oder nicht. Die Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen tritt nur inkraft, wenn ein Arzt attestiert, dass die betroffene Person der bisherigen Arbeit nicht mehr nachgehen kann. In den meisten Fällen können Menschen jedoch nicht wegen eines Unfalls, sondern aus Gründen einer Krankheit nicht mehr arbeiten. Und der große Vorteil der BU ist, dass diese auch beispielsweise psychische Erkrankungen einschließt und beim Eintritt derer zahlt. Die Unfallversicherung leistet ausschließlich bei körperlichen Beeinträchtigungen nach Unfällen.

Vorsicht bei Klauseln in der Berufsunfähigkeitsversicherung

Viele Versicherungen nutzen verzweigte Klauseln, um im Falle der Berufsunfähigkeit nicht zahlen zu müssen. Häufig basieren diese Vertragsklauseln auf verschiedenen Definitionen der Berufsunfähigkeit. Diese besagen, dass der Versicherungsträger nur zahlen muss, wenn der Berufstätige seiner bisherigen Arbeit nicht mehr nachgehen kann – für anderweitige Beschäftigungen gilt dies allerdings nicht.

Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt, muss unbedingt darauf achten, dass die Versicherung auch dann zahlt, wenn nur der bisherigen Tätigkeit nicht mehr nachgegangen werden kann. Denn auch wenn einem andere Jobs nach einer körperlichen oder psychischen Erkrankung offenstehen, bedeutet dies nicht zwangsweise, dass auch das Einkommen dem alten Standard entspricht oder man diese Berufe überhaupt ausüben möchte. Für einige Versicherungen spielt dies leider keine Rolle, daher ist die Wahl der richtigen Gesellschaft und des optimalen Tarifs sehr wichtig.

Für wen ist die Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll?

Grundsätzlich ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden Erwerbstätigen sinnvoll. Insbesondere junge Menschen und Berufseinsteiger sollten sich um diese Invaliditätsversicherung bemühen. Die Berufsunfähigkeit ist eines der größten finanziellen Risiken für junge Menschen. Wer in jungen Jahren berufsunfähig wird, der verliert nicht nur sein lebensnotwendiges Einkommen, sondern zahlt auch nicht in die Rentenkasse ein – wodurch wiederum die Bezüge im Rentenalter sinken oder gar entfallen.

Wie hoch sind die Versicherungsbeiträge?

Die zu leistenden Versicherungsbeiträge hängen insbesondere von diesen vier Faktoren ab:

  • Alter bei Versicherungsabschluss
  • Laufzeit der Versicherung
  • Ausgeübter Beruf
  • Höhe der versicherten BU-Rente

Je jünger der Versicherungsnehmer bei Abschluss der Police ist, desto geringer fallen auch die Beiträge aus. Logisch, denn der Versicherte zahlt über einen längeren Zeitraum Beiträge und das Risiko für die Versicherung sinkt. Doch auch der Beruf ist relevant. Menschen, die in gefährlichen oder körperlich anstrengenden Berufen arbeiten, müssen höhere Beiträge entrichten als Personen, die beispielsweise einen Bürojob haben. In vielen Fällen spielt auch der Bildungsgrad eine Rolle. Wer zum Beispiel ein abgeschlossenes Studium nachweisen kann, zahlt im gleichen Beruf einen geringeren Beitrag als ungelernte Kräfte.

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Beim Antrag auf die Berufsunfähigkeitsversicherung mit offenen Karten spielen

Viele Menschen kommen für die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht infrage. Ganz einfach aus dem Grunde, dass sie von der Versicherung abgelehnt werden. Bereits eher harmlose Vorerkrankungen können zum Ausschluss oder zu Beitragszuschlägen führen. Aus diesem Grunde verschweigen viele Menschen vor Vertragsabschluss diverse Leiden.

Ratsam ist dies allerdings nicht. Denn soll die Versicherung einmal zahlen und wird offengelegt, dass über Erkrankungen keine Angaben gemacht wurden, ist ein kostenintensiver Rechtsstreit oftmals die Folge. Wer sich an die vorvertragliche Anzeigepflicht hält und seine gesamte Krankengeschichte vor Vertragsabschluss lückenlos offenlegt, der muss sich im Falle der Berufsunfähigkeit auch keine Sorgen machen.

Auf den Abfragezeitraum achten

Wer auf der Suche nach einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist, der sollte die Angebote der Versicherungen gründlich prüfen. Ein wesentliches Qualitätsmerkmal der Berufsunfähigkeitsversicherung ist der Abfragezeitraum des Gesundheitszustands seitend des Versicherers. Dieser besagt wie lange rückwirkend eine Gesellschaft den Gesundheitszustand abfragt. Über diesen Zeitraum hinaus muss ein Kunde keine Angaben mehr machen. Für gewöhnlich ist bei qualitativ guten Policen ein Zeitrahmen von fünf Jahren für ambulante und zehn Jahren für stationäre Erkrakungen. Bei Fragen zu Drogenkonsum und Medikamenteneinnahme unterscheidet sich das Zeitfenster von Versicherer zu Versicherer am stärksten.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit Beitragsfreiheit

Äußerst wichtig ist auch die Möglichkeit, einen gewissen Zeitraum beitragsbefreit überbrücken zu können. Gerade bei unvorhergesehener und unverschuldeter Arbeitslosigkeit oder Elternzeit ist dies hilfreich. Sehr gute Angebote verzichten nach der beitragsfreien Zeit auf eine erneute Gesundheitsüberprüfung. Je nach Anbieter sind die Beiträge später verzinst oder unverzinst nachzuzahlen.

Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden sinnvoll

Die Berufsunfähigkeitsversicherung hat viele Facetten und ist als Invaliditätsversicherung für viele Menschen eine sinnvolle Ergänzung zum standardisierten Versicherungspaket. Doch auch bei der BU gibt es viele nicht empfehlenswerte Angebote und Tarife. Aus diesem Grunde sollte vor Abschluss immer die Hilfe eines kompetenten und unabhängigen Finanzexperten in Anspruch genommen werden, der Vertragsinhalte genau überprüft.

Die Möglichkeiten der Berufsunfähigkeitsversicherung sind vielfältig und für nahezu jeden Personenkreis sinnvoll, wie auch das folgende Zitat aus Wikipedia belegt:

„Generell können Menschen eine Absicherung der Berufsunfähigkeit in Betracht ziehen, die eine Arbeit verrichten, die ihnen oder auch anderen den Unterhalt sichert beziehungsweise die sie unentgeltlich verrichten, im Falle des Ausfalls nicht ohne (hohen) finanziellen Aufwand zu ersetzen wäre. So ist zum Beispiel auch die Absicherung einer Hausfrau möglich.“ (Quelle Zitat: Wikipedia)

Kombinationsprodukte mit Altersvorsorge prüfen

Verbraucherschützer empfehlen meist, eine selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Das heißt, das Risiko der Berufsunfähigkeit wird in einer eigenständigen Police abgedeckt. Wer berufsunfähig wird, bekommt seine Leistung, wem bis zum Ende der Laufzeit nichts passiert, dessen Beiträge werden für die Zahlungen an die Berufsunfähigen verwendet. In sehr vielen Fällen ist diese Gestaltung wegen des geringeren monatlichen Beitrags auch durchaus sinnvoll.

Unbeachtet bleibt hier aber der wichtige Fakt, dass im Falle einer frühen Berufsunfähigkeit wenig bis gar kein Anspruch auf Altersrente aus der Gesetzlichen Rentenversicherung besteht. Ergo die Altersvorsorge muss gänzlich aus privaten Mitteln bestritten werden. Die dafür erforderlichen Beiträge von meist vielen hundert Euro werden jedoch häufig unterschätzt und bei der Wahl der richtigen BU-Rentenhöhe nicht berücksichtigt. Um dem entgegenzuwirken, gibt es sehr gute Produkte, die die Altersvorsorge mit der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit kombinieren. Der Vorteil dabei ist, dass im Falle der Berufsunfähigkeit die Zahlungen in die Altersvorsorge vom Versicherer übernommen werden. Das klingt vielleicht wie eine Randbemerkung, ist jedoch in der Praxis enorm wichtig.

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