Riesterrente – wie Sie Riester optimal für sich nutzen

Riesterrente – für wen lohnt sich die Altersvorsorge?

Wenn von der Riesterrente gesprochen wird, dann ist selbstverständlich von der nach Walter Riester benannten geförderten Altersvorsorge die Rede.

Innerhalb der letzten Jahre haben sich unzählige Politiker, Verbraucherschützer und selbsternannte Experten zum Thema Riesterrente geäußert – zumeist mit eher negativem Fazit. Zu gering sei die Rendite, zu unflexibel die Versicherungskonditionen und für die meisten Versicherungsnehmer könnten die Kosten ganz einfach nicht transparent nachvollzogen werden. Keine guten Voraussetzungen also für die eventuell bekannteste private Altersvorsorgeversicherung in Deutschland.

Doch für wen lohnt sich die Riesterrente denn nun wirklich? Wie genau und in welcher Höhe gibt es staatliche Förderungen?

Riesterrente – eine Frage des Förderungsanspruchs

Dennoch gibt es auch ganz andere Stimmen, die nicht nur zwingend aus der Versicherungswirtschaft stammen. Hier wird weiterhin für die Riesterrente geworben. Häufigstes Argument: Ohne Riester ließen sich viele Menschen eine attraktive staatliche Förderung entgehen, was den Verzicht auf ein lohnendes Zusatzeinkommen im Alter bedeute. Somit die Frage: Ist das was dran? Lohnt sich die Riester-geförderte Altersvorsorge? Und wenn ja, dann für wen?

Nicht immer sind die gesetzlichen Bestimmungen im Sinne der Bürger konzipiert. Dies gilt leider auch für die Riesterrente. Denn wer im Alter nur eine sehr geringe Rente erhält und zusätzlich auf Sozialleistungen angewiesen ist, der wird von der Riester-Förderung nicht profitieren. Denn diese private Altersvorsorge wird mit staatlichen Sozialleistungen verrechnet. Wer also im hohen Alter Geld aus seiner Riester-Altersvorsorgeversicherung erhält und zeitgleich Sozialleistungen beantragt, der hat am Ende nicht mehr Geld zur Verfügung als ohne Riesterrente. Dieser Effekt demotiviert leider manche Menschen von vorne herein für das Alter vorzusorgen. Hoffentlich wird das Gesetz bald dementsprechend geändert.

Riesterrente attraktiv für Menschen mit durchschnittlichem Einkommen

Ganz anders sieht der Effekt allerdings bei Menschen aus, die über ein höheres oder zumindest durchschnittliches Einkommen verfügen. Denn bereits während der Ansparphase gibt es hier ein hohes Potential, direkt mehrere tausend Euro zu sparen. Riesterrenten werden nämlich auf zwei Wegen gefördert: Zum einen über die Zulage, die jedes Jahr von der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) direkt in den Riestervertrag gezahlt wird und zum anderen über die steuerliche Absetzbarkeit der Riesterbeiträge. Doch dazu gleich mehr. Einwände bestehen vor allem aufgrund der Besteuerung, denen Riester-Zahlungen im Rentenalter unterliegen. Doch in aller Regel ist das Einkommen und damit auch der Steuersatz im Alter geringer als während des Erwerbslebens, sodass hier unter dem Strich ein Vorteil für Riester-Sparer entsteht.

Steuervergünstigung contra Zulagenanspruch

Wie schon erwähnt lassen sich Riester-Sparraten steuerlich absetzen. Aktuell ist es möglich, eine Summe von bis zu 2.100 Euro pro Jahr anzurechnen. Von der steuerlichen Absetzbarkeit dieses Betrages profitieren vor allem alleinstehende Besserverdiener, die zwar einen höheren Eigenbeitrag als kinderreiche Familien aufbringen müssen; wegen der geringeren Förderung aber einen höheren Betrag steuerlich absetzen können. „Günstigerprüfung“ heißt der Effekt, dass die Förderungen mit der Steuerersparnis verrechnet werden.

Familien sollten staatliche Zulagen bei der Riesterrente unbedingt nutzen

Nichtsdestotrotz sollten Familien sich die staatlichen Zulagen für ihre Riesterrente sichern. Diese Zulage liegt aktuell bei einem Minimum von 154 Euro pro Person, insofern zumindest vier Prozent des jährlichen Einkommens gespart werden. Jedes ab 2008 geborene Kind erhöht die Zulage zusätzlich um weitere 300 Euro, jedes ältere Kind um 185 EUR. Für kinderreiche Familien kommt hier allein an Förderung oft schon eine sehr große Summe zusammen. Das Beste: Die staatlichen Förderungen werden mit den vier Prozent des Bruttoeinkommens, die jeder selbst zu zahlen hat, verrechnet. Familien kommen also für einen sehr geringen Eigenbeitrag in den Genuss von sehr hohen Zulagen. Eine solche Rendite gibt es bei anderen Sparprodukten nicht.

Förderungsantrag rechtzeitig einreichen

Wichtig zu wissen: Die Zulage für die Riesterrente bekommen nur diejenigen, die einen Zulagenantrag an die ZfA gestellt haben. Dieser wird bestenfalls mit Abschluss eines Riestervertrags ausgefüllt und eingereicht. Durch den Antrag wird der persönliche Versicherungsdienstleister dazu veranlasst, die Zulagen jährlich bei der zuständigen Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen zu beantragen. Das nennt sich dann Dauerzulagenantrag. Es lohnt sich, bei der Beantragung der Riesterrente stets darauf zu achten, dass ein solcher Dauerzulagenantrag gestellt wurde, damit man sich in den nächsten Jahren nicht immer wieder erneut mit dem Thema beschäftigen muss, sondern alles von ganz automisch passiert.

Darf jeder die Riester-Förderung in Anspruch nehmen?

Die Riester-Rentenversicherung als private Altersvorsorge steht vielen Personenkreisen offen. Insbesondere die förderungsberechtigten Personen können von Riester profitieren. Hierzu zählen primär alle Arbeitnehmer inklusive Auszubildende, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Weiterhin auch folgende Gruppen:

  • Bezieher von Arbeitslosengeld und Krankengeld
  • Geringfügig Beschäftigte unter der Voraussetzung des Verzichts auf Versicherungsfreiheit
  • Selbstständige mit Rentenversicherungspflicht
  • Personen, die pflegebedürftige Menschen in einer Zeit von mindestens 14 Stunden wöchentlich nicht erwerbsmäßig betreuen
  • Behinderte Arbeitnehmer aus einer von aktuell über 700 anerkannten Werkstätten in Deutschland
  • Amtsträger
  • Beamte (auch Soldaten)
  • Landwirte
  • Zivil- und Wehrdienstleistende

Wer nicht zu dem genannten Personenkreis zählt, aber ein Eheverhältnis mit einer förderberechtigten Person eingeht, darf sich ebenfalls auf die Riester-Förderung berufen.

Riesterrente, Verträge und Versicherungsdienstleister genau prüfen

Wer plant, einen Riesterrentenvertrag abzuschließen, der sollte sich vorab genau mit den Vertrags- respektive Versicherungskonditionen beschäftigen. Bestenfalls wird hierfür ein kompetenter Finanz- und Versicherungsmakler hinzugezogen, der unabhängig berät.

Versicherer wechseln ist schwierig

Grundsätzlich ist es zwar möglich, seinen Versicherungsanbieter zu wechseln, im Regelfall geht dies allerdings mit sehr teuren Wechselgebühren einher. Besonders bei der Riesterrente kommt dies zum Tragen, denn Versicherer verteilen die Abschlusskosten auf die ersten fünf Jahre nach Vertragsabschluss. Aus diesem Grunde ist ein Versicherungswechsel – wenn überhaupt – nur während der Anfangslaufzeit sinnvoll.

Riesterrentenvertrag besser ruhen lassen

Wer mit seinem Versicherer absolut unzufrieden sein sollte, der kann seinen aktuellen Versicherungsvertrag ganz einfach ruhen lassen und einen zweiten Vertrag bei einem anderen Versicherer abschließen. Aktuell ist es sogar möglich, die individuelle Förderung für die persönliche Riesterrente auf bis zu zwei Verträge gleichzeitig zu verteilen. Natürlich erhält dann jeder Vertrag nur die anteilige Förderung gutgeschrieben. Aber Vorsicht: Auch beim neuen Versicherer werden im Regelfall Abschlusskosten anfallen.

Gute Konditionen immer schwieriger zu finden

Attraktive Konditionen für die persönliche Riesterrente ohne Versicherungsmakler zu finden ist im Dschungel der vielen Möglichkeiten schwierig, da sich die Angebote zur klassischen Riester-Altersvorsorge von Anbieter zu Anbieter teils extrem unterscheiden und von Laien kaum zu entschlüsseln sind. Dies belegt auch dieses Zitat aus Wikipedia:

„In einer Untersuchung der klassischen Riester-Rentenversicherungen im September 2012 schneiden nur 5 von 29 Angeboten gut ab. Der Modellkunde von Finanztest erhält je nach Qualität des Angebots eine garantierte Rente zwischen 138 Euro und 161 Euro Monatsrente. Bezieht der Kunde 15 Jahre lang seine Rente, können 4140 Euro Garantierenten-Unterschied entstehen.“

(Quelle Zitat: Wikipedia)

Riesterrente – Fazit

Und sie lohnt sich doch! Wer zum geförderten Personenkreis gehört, sollte sich auf jeden Fall mit dem Thema Riesterrente auseinandersetzen. Für manch einen mag die hohe Förderung spannend sein, für einen anderen der hohe Steuervorteil. Wichtig ist aber in jedem Fall, die Anbieter zu vergleichen und auf einen kostengünstigen Anbieter zu setzen, der eine hohe Rendite erwirtschaftet. Wer sich dabei lieber auf den Rat eines Experten verlässt, ist bei einem unabhängigen Versicherungsmakler goldrichtig.
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  1. […] Riester-Förderung kommen. Wer genau zulagenberechtigt ist, habe ich Ihnen in meinem Blogartikel „Wie Sie Riester optimal für sich nutzen“ aufgezeigt. Schauen Sie gerne einmal hinein, ob Sie zum geförderten Personenkreis gehören. […]

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