Garantiezins der Lebensversicherer – Vor dem Aus?

Garantiezins

Deine Chancen mit und ohne Garantiezins

Lebens- und Rentenversicherungen waren in der Vergangenheit besonders aus einem Grund beliebt: Als Versicherungsnehmer wird dir ein Garantiezins versprochen, also eine garantierte Mindestverzinsung deines Guthabens während der gesamten Vertragslaufzeit, oft also über viele Jahrzehnte. Einen solchen Vorteil gibt es bei keinem anderen Produkt. Aktuell liegt der Garantiezins für neu abgeschlossene Verträge bei 1,25% pro Jahr.

Nun steht der Garantiezins jedoch erstmalig in der Geschichte der Lebensversicherer vor dem Aus. Was der Garantiezins genau ist, warum er abgeschafft werden soll und welche Geldanlagemöglichkeiten du mit oder ohne Garantiezins hast, erfährst du hier.

Was ist der Garantiezins?

Der Garantiezins – eigentlich Höchstrechnungszins – bezeichnet den Zins, den ein Lebens- oder Rentenversicherer seinen Versicherten maximal an garantierter Verzinsung ihres Sparguthabens über die gesamte Vertragslaufzeit zusagen darf.

Wenn du in der Police zu deiner Lebens- oder Rentenversicherung garantierte Leistungen findest, sind diese alle mit maximal diesem Zins vom Versicherer hochgerechnet worden. Es steht jedoch jedem Versicherer frei, einen geringen Zins zuzusagen; ein höherer Zins ist jedoch nicht erlaubt.

Warum soll der Garantiezins abgeschafft werden?

Viele Versicherer haben den Garantiezins praktisch längst abgeschafft

Theoretisch gilt bis heute ein Garantiezins von 1,25% pro Jahr. Doch in der Praxis bieten viele Lebensversicherer erst gar keine Produkte mit Garantiezins mehr an, andere Versicherer haben zusätzlich neue Tarife ohne Garantiezins eingeführt. Oft bleibt heute „nur“ noch eine Beitragsgarantie, einige Tarife sehen nicht einmal diese mehr vor.

Aktuelles Niedrigzinsniveau macht es den Lebensversicherern schwer

Der Grund für dieses Verhalten der Versicherer ist einfach. Das aktuelle Niedrigzinsniveau macht es den Versicherern schwer, einmal versprochene Zinsgarantien langfristig zu erfüllen. Führt man sich mal vor Augen, dass der Garantiezins von 1994 bis 2000 sogar mal bei 4,0% lag, ist das wohl auch verständlich. Versicherungsnehmer, die ihre Lebens- oder Rentenversicherung in dieser Zeit abgeschlossen haben, bekommen also auch heute noch eine derart hohe Verzinsung für ihren bestehenden Vertrag.

Stabilitätsprogramm macht Garantiezins überflüssig

Für Versicherer ist es natürlich heutzutage schwer bis unmöglich, die Zinsversprechen an die Versicherten heute überhaupt noch zu verdienen. Weil einige Lebensversicherer noch vielen Verträgen mit solch hohen „Altlasten“ leiden, wird derzeit ein neues EU-weites Stabilitätsprogramm unter dem Namen „Solvency II“ auf den Weg gebracht, das ab dem 01. Januar 2016 gilt.

Dieses besagt, dass sich der Kapitalbedarf der Versicherer stärker an dem Risiko bemisst, das sie mit ihren Zinsversprechen eingehen. Wenn ein Lebensversicherer also ein höheres Zinsversprechen abgibt, muss er es mit entsprechend mehr Eigenkapital absichern. Die Versicherer stellen schon heute vorbereitend auf Solvency II Eigenkapital in Milliardenhöhe zurück.

Wenn das Stabilitätsprogramm also im nächsten Jahr kommt, wäre eine zusätzliche Regulierung der Versicherer in Form eines Höchstrechnungszinses nicht mehr erforderlich und der Garantiezins könnte abgeschafft werden. Wenn ein Versicherer hohe Zinsgarantien versprechen möchte, muss er halt mehr Eigenkapital hinterlegen – und umgekehrt. Das ist bis heute jedoch nur eine Theorie und wurde noch nicht beschlossen.

Garantiezins nur noch für kleine Versicherer

In Deutschland gibt es jedoch auch einige kleine Versicherungsunternehmen, die nicht unter die Vorschriften von Solvency II fallen. Für diese Versicherer wird der Garantiezins auch in Zukunft gelten – nur in welcher Höhe, das ist noch nicht klar.

Was bedeutet das für dich?

Zinsgarantien sind teuer

Gerade junge Menschen sollten bei ihren Sparmaßnahmen gründlich überlegen, ob und in welcher Höhe Garantien überhaupt noch erforderlich sind. Denn je höher die gegebene Garantie ist, desto sicherer und damit unrentabler müssen die Versicherer das Kundengeld anlegen.

Wir viel ist dir eine Garantie wert?

Andersherum: Je weniger Garantie du für dich in Anspruch nimmst, desto rentabler kannst du das Geld anlegen. Garantierte Zinsen sind also sehr teuer und du solltest dich fragen, ob sie das überhaupt noch wert sind.

Denn offen gesprochen, ein Garantiezins von 1,25% p.a. nach Kosten bringt dir in 30 oder 40 Jahren zu Beginn deiner Rente inflationsbereinigt auch nur einen Tropfen auf den heißen Stein. Nichtsdestotrotz müssen die Lebens- und Rentenversicherer das Geld sehr zurückhaltend anlegen, wenn sie dir die Garantie vertraglich zusagen möchten. Oft ist also eine Anlage ohne Garantiezins, dafür aber mit ordentlichen Renditeaussichten die bessere Wahl.

Mischung aus Garantie und Renditechancen oft empfehlenswert

Einige Versicherungsunternehmen bieten daher seit wenigen Jahren eine Mischung aus Sicherheit und (halbwegs guten) Renditechancen. Das machen sie, indem sie dir keinen Garantiezins über die Laufzeit versprechen, sondern eine Beitragsgarantie zum Laufzeitende geben. Du bekommst also „nur“ die Summe der eingezahlten Beiträge auf jeden Fall zurück und der Versicherer investiert dein Geld kapitalmarktnah in Aktienindizes (z.B. den EuroStoxx oder den DAX), wobei du an Kursgewinnen anteilig profitierst, dafür aber kein Geld verlieren kannst.

Solche Angebote sind vor allem für diejenigen Sparer spannend, die nicht gänzlich auf eine Garantie verzichten möchten, dafür aber statt einem geringen Garantiezins lieber eine ordentliche Renditechance nutzen möchten.

Renditeorientiert ohne Garantie investieren

Die beste Möglichkeit Geld zu vermehren und aussichtsreiche Ertragschancen zu generieren, ist und bleibt die Anlage ohne Garantie. Insbesondere bei langen Laufzeiten zeige ich dir gerne, warum bis heute die Kapitalanleger in beispielsweise Aktienfonds langfristig immer auch hervorragend ohne Garantie ausgekommen sind. Am sog. Renditedreick kannst du anschaulich sehen, wie hoch die Wertentwicklungen in der Vergangenheit für einen Aktienindex bei allen möglichen verschiedenen Laufzeiten war.

Du siehst also eindrucksvoll, dass für Laufzeiten ab 40 Jahren z.B. der deutsche Akitenindex DAX über jeden Zeitraum hinweg mindestens 6,9% durchschnittliche Rendite pro Jahr erwirtschaftet hat. Gerne stell ich dir das Renditedreieck, auf für einige andere Aktienindizes zur Verfügung. Schreib mir einfach eine kurze Mail oder ruf an.

Wichtige Fragen für deine optimale Anlageentscheidung

Wichtige Fragen, die du dir dann stellen solltest: Über welchen Zeitraum soll das Geld angelegt werden? Brauchst du den Garantiezins, genügt dir eine Beitragsgarantie oder kommst du sogar ganz ohne Garantie aus? Welcher Anbieter, welches Produkt kommt am ehesten in Frage? Wenn das Geld fürs Alter gespart werden soll: Möchtest du eine lebenslange Rente mit garantiertem Rentenfaktor (z.B. 30 EUR pro 10.000 EUR Kapital)? Welches Produkt ist kostengünstig? Wie kannst du alle möglichen Förderungen mitnehmen?

Bei all diesen und noch mehr Fragen steh ich dir gerne unterstützend zur Seite. Stell mich doch einfach mal auf die Probe und ruf mich gleich an!

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