Riester Banksparplan, Fondssparplan oder Rentenversicherung?

Riester Banksparplan

Das ist der richtige Durchführungsweg für deine Riester-Rente!

Viele – gerade junge – Menschen sorgen überhaupt nicht oder völlig unzureichend fürs eigene Alter vor. Der Staat wird mich schon auffangen, so ist immer noch die weit verbreitete Denkweise. Leider stimmt das jedoch schon lange nicht mehr. Ein heutiger „Eckrentner“, also jemand, der genau mit dem durchschnittlichen Alter aller Erwerbstätigen begonnen hat zu arbeiten, genau durchschnittlich lange gearbeitet hat und immer genau den Durchschnitt aller Erwerbstätigen verdient hat, bekommt heutzutage gerade einmal 67% seines durchschnittlichen Einkommens an Rente aus der Gesetzlichen Rentenversicherung. Gemessen an seinem letzten Einkommen, das ja in aller Regel höher ist, ist es sogar noch weniger. Und auch für Besserverdiener, die oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, sieht es umso düsterer aus.

Eine grundsätzlich kluge Entscheidung ist es also, frühzeitig mit der eigenen Altersvorsorge zu beginnen und hier auf staatliche Förderungen zu setzen. Wenn du es richtig angehst, ist die Riester-Rente hier eine sehr gute Wahl.

Kaum hast du diese Entscheidung getroffen, gibt es auch schon das nächste Problem. Wählst du den Riester Banksparplan? Oder doch einen Riester Fondssparplan oder eine Riester Rentenversicherung? Hier zeige ich dir den richtigen Weg.

Der Riester Banksparplan

So funktioniert der Riester Banksparplan

Du sparst regelmäßig einen fixen Betrag auf ein Sparkonto, das von deiner Bank oder Sparkasse fest verzinst wird. Der Zinssatz ist meist variabel und wird in der Regel an einen Referenzzins gekoppelt. Steigt dieser, steigt auch der Zinssatz deines Riester Banksparplans – und umgekehrt.

Die Vorteile des Riester Banksparplans

Ein Riester Banksparplan hat den größten Vorteil in der geringen Kostenbelastung in der Ansparphase. Viele Banken und Sparkassen berechnen keine oder nur eine geringe Kontoführungsgebühr. Das Guthaben wird fest verzinst, ist sicher angelegt und unterliegt keinen Schwankungen. Wenn du die Inflation bei der Betrachtung mal außen vor lässt, kann dein Geld also theoretisch nur mehr werden.

Die Nachteile des Riester Banksparplans

Nachteilig ist zum einen die sehr geringe Verzinsung, von derzeit meist deutlich unter einem Prozentpunkt pro Jahr. Das aktuelle Zinstief drückt die Rendite eines Banksparplans gewaltig und gerade über eine lange Laufzeit hinweg profitierst du nur sehr gering vom wichtigen Zinseszinseffekt.

Außerdem ist für alle Riester-Produkte eine lebenslange Rentenzahlung vorgeschrieben, die spätestens ab dem 85. Lebensjahr greifen muss. Die meisten Banken gehen also zu Rentenbeginn (im Alter von beispielsweise 67) dazu über, einen Kapitalverzehr zu vereinbaren. Es wird also monatlich ein gewisser Betrag von deinem Riester Banksparplan ausgezahlt. Ab dem 85. Lebensjahr des Sparers ist spätestens eine Rentenversicherung nötig, die die lebenslange Verrentung des Restkapitals gewährleistet.

Die Kosten für diese Rentenversicherung sind jedoch bei Vertragsabschluss weder bekannt noch überhaupt berechenbar und werden häufig gravierend unterschätzt. Denn wer kennt heute schon die Kalkulationsgrundlagen der Versicherer in dem Jahr, in dem du 85 wirst? Der größte Brocken der Kosten kommt also erst im Alter auf dich zu – und dann kannst du dich leider nicht mehr dagegen wehren.

Der Riester Fondssparplan

So funktioniert der Riester Fondssparplan

Du zahlst auch hier regelmäßig einen Betrag, jedoch nicht an deine Bank, sondern an ein Investmenthaus. Dieses legt das Geld für dich in Fonds, also Töpfe mit verschiedenen Wertpapieren wie Aktien oder Anleihen an. Die Wertentwicklung der Fonds spiegelt dann auch die Wertentwicklung deines Altersvorsorgekapitals wider.

Die Vorteile des Riester Fondssparplans

Insbesondere junge Sparer können hier frühzeitig viel Geld in Aktien investieren, die zwar vergleichsweise stark schwanken, jedoch auch die besten Renditeaussichten bieten. Der Zinseszinseffekt kommt hier bei guten Fonds stark zum Vorschein, was sich positiv auf deine Wertentwicklung auswirkt.

Außerdem sind die Gebühren für Riester Fondssparpläne – ebenso wie beim Riester Banksparplan – in der Ansparphase vergleichsweise gering.

Die Nachteile des Riester Fondssparplans

Da für alle Riester-Produkte eine Bruttobeitragsgarantie gewährleistet werden muss, deine Beiträge samt Zulagen also zum Vertragsende mindestens zur Verfügung stehen müssen, gibt es nur sehr wenige und unflexible Riester-geeignete Fonds. Diese investieren meist deutlich zurückhaltender als es eigentlich nötig wäre, damit der Anbieter (der ja die Beitragsgarantie gewährleisten muss) im Eigeninteresse kein unnötiges Verlustrisiko eingeht. Erst vor kurzem hat bspw. Union Investment ihren Riester-Fonds UniGlobal durch einen risikoärmeren Fonds mit weniger Aktienanteil – und damit auch weniger Renditeaussicht – ersetzt.

Ferner gilt das gleiche wie beim Riester Banksparplan: Die geringe Kostenbelastung gilt ausschließlich für die Ansparphase. Im Alter – entweder mit Rentenbeginn oder spätestens im Alter von 85 Jahren – ist eine Rentenversicherung nötig, die das Langlebigkeitsrisiko abdeckt. Die Kosten hierfür beziffern Experten auf gut 40% des angesparten Kapitals bei Rentenbeginn, also durchaus kein „Kleckerchen“, das man mal unter den Tisch fallen lassen kann.

Wenn dir von 200.000 EUR angespartem Kapital plötzlich nur 120.000 EUR zur Verfügung stehen, weil der Rest für die Rentenversicherung drauf geht, dann stellt sich der reine Blick auf die Kosten in der Ansparphase häufig im Nachhinein als grob fahrlässig dar. Leider ist dann auch meist schon zu spät.

Ein weiterer gravierender Nachteil bei bestimmten Riester Fondssparplänen wie Fair-Riester (zu meinem Artikel dazu kommst du hier) ist, dass manche Anbieter noch gar keinen Rentenversicherer gefunden haben, der die Verrentung im Alter überhaupt übernimmt.

Die Riester Rentenversicherung

So funktioniert die Riester Rentenversicherung

Bei dieser Variante des Riester-geförderten Sparens sparst du dein Geld regelmäßig direkt an eine Versicherungsgesellschaft. Diese legt das Geld für dich entsprechend deinen Vorgaben (üblicherweise festverzinslich, fondsgebunden oder Indexpartizipation) an und stellt zugleich sicher, dass bis zum Rentenbeginn die Beitragsgarantie eingehalten wird.

Bei klassischen Rentenversicherungen wird dein Beitrag komplett sicher und mit einem Garantiezins von 1,25% pro Jahr (Stand 2015) angelegt. Bei fondsgebundenen Rentenversicherungen wird dafür meist nicht der komplette Sparbeitrag in die Fonds investiert, sondern zum Teil sicher angelegt, um so die Garantie abzubilden; die Überschüsse fließen in die Fonds. Die Fonds kannst du dir je nach Versicherer aus einer durchaus breiten Fondspalette auswählen.

Die Vorteile der Riester Rentenversicherung

Bei keinem anderen Produkt hast du direkt einen Partner gefunden, der im Alter auch die lebenslange Rentenzahlung übernimmt. Es kommen also im Alter keine unerwarteten Kosten mehr auf dich zu, alles ist von vorneherein einkalkuliert und in einem sog. Produktinformationsblatt dargestellt. Dieses Blatt bekommst du vor Vertragsabschluss ausgehändigt.

Die Rentenhöhe ist bereits bei Vertragsabschluss garantiert. Diese garantierte Rente kann sich durch Überschüsse und positive Wertentwicklungen der Fonds natürlich noch erhöhen, jedoch nicht mehr reduzieren.

Insbesondere für junge Leute ist hier außerdem die freie Wahl zwischen ertragreichen Varianten mit Aktienfonds oder klassischen Varianten mit fester Verzinsung hervorzuheben.

Die Nachteile der Riester Rentenversicherung

Im Vergleich zum Riester Banksparplan und zum Riester Fondssparplan sind die Kosten in der Ansparphase vergleichsweise hoch. Das leuchtet einem Sachkundigen auch ein, da hier das Risiko der Langlebigkeit bereits eingepreist ist.

Außerdem gibt es viele Versicherer, die unflexible Produkte anbieten, bei denen unerwartete Ereignisse wie Krankheit oder Arbeitslosigkeit im späteren Verlauf der Versicherung zu Nachteilen in der Kalkulation der Lebenserwartung und damit zu einer niedrigeren Rentenhöhe führen können.

Das ist der beste Durchführungsweg

Eine Riester-Rente ist – wie der Name schon sagt – ein Produkt, das eine lebenslange Rente sicherstellen soll. Ein Riester Banksparplan oder Riester Fondssparplan mag daher in der Idee ein gelungenes Konstrukt sein, ist jedoch in der Praxis absolut nicht empfehlenswert. Befürworter beziehen sich immer nur auf die geringe Kostenbelastung in der Ansparphase, verschweigen jedoch, dass der große Kostenblock dann bei Rentenbeginn noch folgt.

Ferner sicherst du dir mit dem frühen Abschluss einer Riester Rentenversicherung bereits die aktuelle Kalkulation des Versicherers bezüglich Lebenserwartung, Garantieverzinsung und Rentenhöhe. Du erlebst also auf keinen Fall mehr eine böse Überraschung wenn du in Rente gehst und kannst von vorne herein mit deiner Rente planen.

Darauf solltest du bei der Anbieterwahl unbedingt achten

Nicht jeder Versicherer ist gleich vorteilhalft. Sehr viele Versicherer bieten Tarife an, bei denen sich bspw. die Garantierente nur auf die eingezahlten Beiträge, nicht aber auf die Überschüsse bezieht. Andere Versicherer können die Kalkulationsgrundlagen zu deinem Nachteil verändern, wenn du den Vertrag mal temporär beitragsfrei stellst oder den geplanten Rentenbeginn nach hinten oder vorne verlegst.

Gute Versicherer hingegen sind in den Tarifen absolut flexibel und können ihre Rentenwerte keinesfalls zu deinem Nachteil ändern, auch nicht wenn du den Vertrag im Laufe der Zeit mal ändern musst. Diese komplizierten Regelungen sind jedoch nur in den kleingedruckten Bedingungswerken der Versicherer geregelt. Suche dir also auf jeden Fall einen Experten, der dir eine solche gute Rentenversicherung aufzeigen kann und lege deinen Fokus nicht nur auf die Kosten in der Ansparphase, sondern auf die Kosten während der gesamten Laufzeit. So kannst du deinem Alter ganz entspannt entgegen sehen.

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    1. […] nicht. Mehr erfährst du in meinem Blogartikel zur Wahl des richtigen Riester Durchführungswegs: Hier geht’s lang. Beherzige auf jeden Fall die Tipps dort und schließe nicht wahllos irgendeinen Vertrag […]

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