Private Krankenversicherung – Über Gesundheitsfragen und Risikozuschläge

Gesundheitsfragen

So entscheidest du dich richtig

Wer als Student, Selbstständiger, Angestellter mit hohem Einkommen oder Beamter in die Private Krankenversicherung wechseln möchte, muss relativ detaillierte Gesundheitsfragen beantworten. Mit diesen Informationen entscheidet der jeweilige Private Krankenversicherer, ob er den Antrag annehmen möchte und wenn ja, zu welchen Konditionen. Mögliche Szenarien sind eine Ablehnung, eine Zurückstellung des Antrags für einen gewissen Zeitraum, eine normale Annahme, eine Annahme mit Leistungsausschluss oder eine Annahme mit Risikozuschlag.

Was es bei der Privaten Krankenversicherung mit den Gesundheitsfragen und Zuschlägen auf sich hat und wie du dich richtig entscheidest, liest du hier.

Unbedingt wahrheitsgemäß antworten

Die meisten Versicherer fragen ambulante Behandlungen drei Jahre, Krankenhausaufenthalte fünf Jahre und psychische Erkrankungen sogar zehn Jahre rückwirkend ab. Bei vielen Interessenten an einer Privaten Krankenversicherung kommen da schon einige Diagnose zusammen, die in den Gesundheitsfragen angegeben werden müssen. Oft werden wir daher gefragt, ob man einzelne Erkrankungen überhaupt angeben müsse. „Das war ja nicht so schlimm“ oder „Das ist ja längst wieder verheilt“ sind dann die Argumente.

Natürlich sind für den Versicherer Details relevant, z.B. ob eine Erkrankung bereits verheilt ist, wie lange das Ganze her ist oder ob die Behandlung gar noch läuft. Dazu macht man im Antrag genaue Angaben und legt – zumindest bei schwerwiegenderen Erkrankungen – möglichst gleich einen aktuellen Arztbericht dabei. Als Versicherungsmakler stellen wir dir für viele Vorerkrankungen direkt einen speziellen Fragebogen zur Verfügung, damit du keine für den Versicherer wichtige Angabe vergisst.

Gemäß §19 VVG bist du als Antragsteller sogar verpflichtet, die im Antrag gestellten Gesundheitsfragen zu beantworten. Daher unser unbedingter Tipp: Antworte immer vollständig und wahrheitsgemäß, andernfalls kann der Versicherer womöglich vom Vertrag zurücktreten und du stehst ohne Krankenversicherung da. Ein zweiter ebenfalls wichtiger Tipp ist aber auch, nichts anzugeben, wonach nicht explizit gefragt wird. Wenn man nämlich doch etwas angibt, das nicht erfragt wurde, wird es für die Beurteilung des Versicherers dennoch herangezogen und das kann nachteilige Folgen für dich haben.

Warum stellen Private Krankenversicherer Gesundheitsfragen?

Nur mittels der Angaben zum Gesundheitszustand kann der Versicherer dein individuelles Risiko beurteilen und so z.B. Rückschlüsse darauf ziehen, wie krankheitsanfällig du bist und welche Kosten du voraussichtlich für den Versicherer verursachen wirst. Das ist exorbitant wichtig, um die Beiträge richtig kalkulieren zu können und auch in der Zukunft möglichst stabil zu halten.

Wer z.B. mit einer Migräne oder Schilddrüsenunterfunktion zu kämpfen hat, wird aller Voraussicht nach künftig höhere Kosten verursachen als jemand, der darunter nicht leidet. Ein Privater Krankenversicherer verlangt für diese Erkrankungen also in der Regel einen Risikozuschlag. Das heißt konkret, dass du mit diesen Erkrankungen zwar versichert wirst, jedoch einen höhen Beitrag zu zahlen hast als jemand, der bei Vertragsabschluss kerngesund ist.

Laufende, nicht abgeschlossene und schwerwiegende Erkrankungen sowie psychische Probleme führen hingegen meist sogar zu einer Ablehnung, sprich dass kein Versicherer überhaupt einen Krankenversicherungsvertrag schließen möchte.

Jeder Versicherer entscheidet anders

Die gerade genannten Beispiele sollen dir helfen, ein grundlegendes Gefühl für die Herangehensweise der Versicherer zu entwickeln. Natürlich ist in jedem Fall individuell zu prüfen, zu welchen Konditionen man wo versichert werden kann. Denn ganz wichtig zu verstehen ist ein: Jeder Krankenversicherer beurteilt ein und dieselbe Erkrankung anders, teilweise sogar völlig anders. Auch die Abfragezeiträume der Gesundheitsfragen variieren. So kann es sein, dass Versicherer A dich ablehnt, B dich mit einem kleinen Zuschlag versichern würde und C mit einem hohen. In seltenen Fällen wird der gleiche Vorgang von einem weiteren Versicherer D sogar zu Normalkonditionen angenommen.

Daher ist es elementar wichtig, sich bei der Wahl der richtigen Privaten Krankenversicherung durch einen unabhängigen Versicherungsmakler unterstützen zu lassen, der nicht an eine Versicherungsgesellschaft gebunden ist und dir aus der Vielzahl der Anbieter denjenigen heraussuchen kann, der sowohl bedingungsseitig als auch bezüglich deiner individuellen Versicherbarkeit am besten zu dir passt. Beachte dabei aber auf jeden Fall den nächsten Tipp.

Bedingungswerk ist wichtiger als Risikozuschlag

Viele Interessenten machen den Fehler, die Private Krankenversicherung allein anhand der Voten (also Normalannahme, Zuschlag etc.) auszuwählen. Auch eine Entscheidung aufgrund des günstigsten Preises erleben wir immer wieder erschrocken. Das ist alles nur zweitrangig wichtig! Viel wichtiger als ein ggf. kleiner Zuschlag oder zehn Euro Beitragsersparnis ist die Qualität des Bedingungswerks. Was bringt dir ein Versicherer, der zwar günstig ist, aber im Fall der Fälle die Leistung verweigern kann oder nur anteilig zahlt, weil das Bedingungswerk unsauber ist?

Risikozuschläge sind grundsätzlich gut

Ebenfalls relevant ist die grundsätzliche Annahmepolitik eines Versicherers. Es gibt diverse Versicherer, die sehr „großzügig“ sind was die Annahme der vorerkrankten Interessenten angeht. Sprich sie nehmen viele Antragsteller an, die woanders gar nicht unterkämen oder veranschlagen keinen Risikozuschlag, wo es andere Krankenversicherer tun. Das kann in einzelnen Fällen sehr angenehm sein, vor allem wenn man woanders bei gar keiner Privaten Krankenversicherung unterkäme.

Aber bedenke: Ein Versicherer, der tendenziell eher Risikozuschläge vereinbart, stellt auf Dauer sicher, dass die Gesamtzahl der Versicherten (das Kollektiv) ausgewogen ist und Menschen mit Vorerkrankungen für diese auch einen eigenen Beitrag zahlen. Private Krankenversicherer, die keine Zuschläge erheben, müssen die Vorerkrankungen durch die gesunden Versicherten finanzieren.

Versicherer mit strenger Annahmepolitik bevorzugen

Als Faustregel gilt daher: Gesunde Menschen sollten tendenziell eher einen Versicherer bevorzugen, der „streng“ in der Annahme von vorerkrankten Interessenten ist und hier lieber einen Risikozuschlag akzeptieren als woanders ohne Zuschlag unterzukommen, wo auch sehr viele andere ohne Zuschlag versichert werden, die womöglich noch schwerwiegendere Vorerkrankungen mitbringen. Denn dann zahlt jeder die Erkrankungen aller. Ist es nicht irgendwie auch gerecht, wenn jemand, von dem man schon von Beginn an weiß, dass er höhere Kosten verursachen wird als der Gesunde, auch mehr Beitrag zahlt?

Abgelehnte Anträge sind Gift – Risikovoranfrage stellen

Was wir immer predigen, sei hier noch einmal kurz erwähnt: Wer einen Antrag stellt, der dann seitens des Versicherers abgelehnt oder nur zu erschwerten Bedingungen angenommen wird, wird in sehr vielen Fällen an ein Register, das sogenannte HIS (Hinweis- und Informationssystem), gemeldet, auf das die anderen Versicherer Zugriff haben.

Der ideale und unbedingt zu empfehlende Weg ist also immer (genau wie bei allen Versicherungen mit Gesundheitsfragen, also auch der Berufs- oder Dienstunfähigkeitsversicherung) erst mit einem kompetenten Versicherungsmakler eine Risikovoranfrage zu stellen. Man nimmt dabei auf einem gesellschaftsunabhängigen Fragebogen die Angaben zum Gesundheitszustand auf und lässt den Makler erst einmal unverbindlich bei den in Frage kommenden Gesellschaften anfragen, wo man zu welchen Konditionen unterkommt. Erst wenn du dann weißt, wer dich wie annehmen würde, stellst du den Antrag. Ablehnungen oder Erschwerungen im Rahmen einer Risikovoranfrage werden nämlich nicht an das besagte Register gemeldet und müssen von der Gesellschaft zudem nach einer gewissen Zeit wieder gänzlich gelöscht werden.

Ausreichend Zeit einplanen

Eine Private Krankenversicherung ist sehr oft eine Entscheidung fürs Leben. Spätere Wechsel des Versicherers sind zwar theoretisch möglich, aber aus diversen Gründen in den meisten Fällen nachteilig. Wer eine Art „Ehe“ mit dem Versicherer eingeht, sollte das wohl überlegt und niemals unter Zeitdruck tun.

Eine ordentliche Analyse der eigenen Wünsche und der Bedingungswerke der Versicherer, der Solvabilität, Beitragsstabilität und Annahmepolitik der Tarife und Anbieter, die wahrheitsgemäße Beantwortung der Gesundheitsfragen samt eventueller Rückfragen beim Arzt, das stellen der individuellen Risikovoranfrage, die Entscheidung für den langfristig besten Versicherer und Tarif, die Aufnahme des Antrags – all das dauert eine Weile und ist ohne Unterstützung vom Fachmann kaum möglich.

Übrigens: Ein Versicherungsmakler übernimmt all das kostenlos für dich und unterstützt dich bei der Entscheidungsfindung. Und die Beiträge für den Versicherungsschutz sind zudem exakt die gleichen wie bei einem Abschluss direkt beim Versicherer. Wusstest du das?

Für junge Leute, insbesondere Referendare und Berufseinsteiger, sind wir gerne dein Ansprechpartner. Stell uns doch einfach mal auf die Probe – was kannst du schon verlieren?

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