Die Tarife ottonova First Class 100 und ottonova First Class Pro+ gehören in das Premiumsegment der privaten Krankheitskostenvollversicherung. Sie sind typischerweise interessant für Menschen, die die Voraussetzungen für eine PKV Vollversicherung erfüllen, also zum Beispiel viele Selbständige, Freiberufler und Angestellte oberhalb der Versicherungspflichtgrenze. Der gemeinsame Nenner ist ein hoher Anspruch an medizinische Versorgung, Komfort und eine möglichst einfache Abwicklung im Alltag.
Wichtig ist die korrekte Einordnung der Ausgangssituation. Wer beihilfeberechtigt ist, etwa viele Beamte, Beamtenanwärter oder Feuerwehranwärter, benötigt in der Regel ein beihilfekonformes Konzept. Eine klassische Vollversicherung ist dann oft nicht die passende Lösung. Für alle anderen kann die First Class Linie ein moderner Premiumansatz sein, wenn Gesundheitsprüfung, Beitrag und Leistungswunsch zusammenpassen.
Was die First Class Linie auszeichnet
First Class steht in der Regel für ein sehr umfassendes Leistungspaket, das nicht nur auf einzelne Highlights setzt, sondern das Gesamtbild im Blick hat. Dazu zählen ein hochwertiger ambulanter Schutz, starke stationäre Leistungen mit Wahlleistungscharakter sowie ein ausgeprägter Fokus auf planbare Prozesse. Gerade bei Premiumtarifen ist nicht nur entscheidend, ob etwas erstattet wird, sondern wie klar und verlässlich die Bedingungen formuliert sind, wie viel Eigenorganisation verlangt wird und wie gut man im Leistungsfall begleitet wird.
Genau hier positioniert sich die First Class Linie: medizinisch hochwertig, komfortorientiert und im Handling alltagstauglich.
Der Unterschied zwischen First Class 100 und First Class Pro+ in der Praxis
Beide Tarife sind hochwertig, unterscheiden sich aber häufig in der Konsequenz, mit der Komfort und Planbarkeit umgesetzt werden. First Class 100 ist für viele die Premiumlösung, die bereits sehr viel abdeckt, dabei aber in einzelnen Bereichen stärker mit fest definierten Rahmen arbeitet. First Class Pro+ wird meist als die noch konsequentere Variante verstanden, bei der zusätzliche Leistungsverbesserungen und eine höhere Kostensicherheit im Vordergrund stehen.
In der Beratung zeigt sich dieser Unterschied oft in zwei Fragen. Erstens: Möchtest du bewusst mit Eigenanteilen und Kostensteuerung arbeiten oder soll es maximal planbar sein. Zweitens: Welche Leistungsfelder sind für dich realistisch relevant, etwa Zahnprophylaxe, Psychotherapie, Heilpraktikerleistungen oder bestimmte Hilfsmittel.
Ambulante Leistungen: Die Basis für den Alltag
Ambulante Arztkontakte sind der häufigste Berührungspunkt mit der Krankenversicherung. Deshalb entscheidet dieser Bereich darüber, ob ein Tarif im Alltag „leicht“ funktioniert. Premiumtarife setzen hier typischerweise auf freie Arztwahl, eine sehr gute Erstattung für Diagnostik und Therapie sowie eine breite Abdeckung moderner Behandlungsmethoden, soweit diese nach den Bedingungen erstattungsfähig sind.
Spürbar werden Unterschiede zwischen zwei Premiumstufen vor allem dort, wo es um Begrenzungen und Logiken geht. Dazu zählen zum Beispiel die Frage, wie Psychotherapie geregelt ist, welche Voraussetzungen gelten, wie naturheilkundliche Leistungen eingeordnet sind und wie Hilfsmittel erstattet werden. Wer in diesen Bereichen Wert auf besonders großzügige Rahmen legt, landet häufig eher bei der Pro+ Denke. Wer insgesamt Premium will, aber bereit ist, bei einzelnen Positionen stärker auf die Kostenlogik zu achten, findet in First Class 100 oft eine passende Balance.
Stationäre Leistungen: Wahlleistungen und Komfort im Ernstfall
Stationär geht es selten um Kleinigkeiten. Ein Premiumtarif soll dort Sicherheit geben, wo Kosten hoch sind und Entscheidungen schnell getroffen werden müssen. Typisch sind Wahlleistungsbausteine wie Unterbringung im Ein oder Zweibettzimmer und die Behandlung nach Wahlleistungsprinzip, je nach konkreter Bedingungslage. Dazu kommt die Erwartung, dass Diagnostik, Operationen und Nachbehandlungen auf hohem Niveau abgesichert sind.
Der praktische Vorteil: Du reduzierst das Risiko von finanziellen Überraschungen im Krankenhaus und erhältst in vielen Fällen mehr Ruhe und Komfort, was im Ernstfall nicht unterschätzt werden sollte.
Zahn: Warum dieses Thema bei der Tarifwahl so stark wirkt
Zahn ist eines der Felder, in denen sich „Premium“ schnell in Euro bemerkbar macht. Hochwertiger Zahnersatz, Implantate, Inlays, Parodontosebehandlungen und regelmäßige Prophylaxe können teuer werden. Gute PKV Tarife sind hier oft deutlich stärker als viele gesetzliche Konstellationen, aber auch innerhalb der PKV gibt es klare Unterschiede.
Wenn du in Richtung Premium denkst, lohnt es sich, Zahn nicht nur über „Prozentsätze“ zu bewerten. Entscheidend ist auch, ob Prophylaxe eher begrenzt oder großzügig geregelt ist, wie Material und Laborkosten eingeordnet sind und wie der Tarif mit aufwendigeren Versorgungen umgeht. Genau in diesen Detailbereichen wird Pro+ häufig als die Komfortstufe gesehen, während First Class 100 ebenfalls stark ist, aber öfter mit klar definierten Rahmen arbeitet.
GOZ, Steigerungsfaktoren und der 3,5 fache Satz: Was dahinter steckt
Viele Zahnleistungen werden über die GOZ abgerechnet. Dabei können Steigerungsfaktoren eine Rolle spielen, wenn die Behandlung besonders zeitintensiv oder anspruchsvoll ist. Der 3,5 fache Satz wird in der Praxis häufig dann relevant, wenn der Zahnarzt den erhöhten Aufwand nachvollziehbar begründet oder wenn besondere Vereinbarungen getroffen werden. Für dich als Versicherter ist das wichtig, weil Tarife unterschiedlich damit umgehen können, ob und in welchem Umfang höhere Faktoren erstattungsfähig sind.
Wenn du bereits weißt, dass du eher hochwertige Zahnmedizin nutzt, ist genau dieses Abrechnungsfeld ein sinnvoller Prüfpunkt. Premium bedeutet nicht nur „viel Prozent“, sondern auch eine saubere Abbildung realistischer Abrechnungssituationen.


